The last Engagement

News - EverQuest

Die Stille war nicht natürlichem Ursprungs. Es schien, als würde die Welt den Atem anhalten, als würde selbst die Sonne ihren Lauf am Firmament unterbrechen, als blickten dutzende verborgene Augen allesamt in die zerklüfteten Winkel dieser Ruine am Rande Wall of Slaughters.
 
Lightning, meine weißstrahlende Stute, scharrte nervös mit den Hufen, tänzelte unruhig von einer Seite des Ganges zur anderen, während all meine getreuen Freunde an mir vorbeizogen, um sich einzufinden zu meinem letzten Gefecht. In ihren Augen blitzte die uns so auszeichnende Entschlossenheit auf, jedoch auch ein Funken Skepsis, vor dem Neuen, dem Unbekannten. Meine Gedanken verloren sich, verließen die Gänge Nobles Causways und entschwanden zu vergangenen Tagen, brachten mich in die Halls of Honor zu Irak Atil, zu dem gefallenen Paladin, der mich auf diese Queste schickte. Viel war geschehen seit diesem fernen Tage, viele Monde waren gekommen, viele Gegner unter meinem Hammer gefallen. In Zeitraffer zogen Visionen der Weiten von Gates of Discords vorbei, der Landstriche der Plane of Nightmare - wo der Schatten Mujakis verblasste - und der zerkratzten Kraterlandschaften Skyfires. Die verschleierten an mir vorbeirasenden Erinnerungen nahmen abrupt konkretere Formen an, und die schmerzliche Erinnerung an die Katakomben in der Ruined City of Dranik senkte sich tief in Bewusstsein.
 
Die Aufabe, die mir dort gestellt war, schien mich zu zerbrechen. Nur fünf erlesenen Freunden war der Zutritt gewährt. Unermüdlich kämpften wir uns durch die langen Gänge um wieder und wieder am untoten Redis uns aufzureiben. Nach ewigen Stunden war unser Wille beinahe gebrochen, doch wir wollten uns nicht geschlagen geben und so stürmte unsere wackere Gruppe ein letztes Mal zu Redis's mit Säulen verzierten Halle. Er erwartete uns bereits in der Mitte des Raumes und sein herablassendes Grinsen zeigte uns, dass wir seiner nicht würdig waren. Dann verschwand die Zuversicht und wich blankem Hass. Er schleuderte uns seinen fürchterlichen Spruch entgegen und ich fühlte, wie meine Zauberkräfte schwanden – wir mussten schnell sein, die Zeit arbeitete gegen uns. Mit unglaublicher Wucht fuhren seine Hiebe auf mich herab, doch meine beiden Heiler und der Enchanter arbeiteten harmonisch miteinander und hielten mich somit am Leben, während der Monk und der Wizard – jeder auf seine Weise – enormen Schaden Redis zufügten. Jedoch bereits nach kurzer Zeit wurde klar, dass erneut der Manapool schneller versiegt wird sein als das Leben des Untoten ausgehaucht. Ein schelmisches Grinsen funkelte mir entgegen, als ich die Rufe hinter mir vernahm, dass keine Heilung mehr möglich wäre ... und Redis stand immer noch mit gut einem Fünftel seines 'Lebens' vor mir. Siegessicher donnerte ein Hagel an schweren Schlägen auf mich ein, die mich ins Wanken brachten und mich auf ein Knie hinabsinken ließen. Das böse Geschöpf wusste, dass ich nur noch einen Hieb vom Tode entfernt war und setzte somit zum finalen Schwinger auf mein gesenktes Haupt an. Als die Knochenfaust hinabfuhr erfüllte ein gleißendes Licht den Raum, ein lebenspendendes Glühen durchdrang jeden Winkel der Kammer. Die gebündelten Kräfte des Guten, der tiefe Glaube in die Gerechtigkeit und die mir von Mithanial Marr selbst gegebene Gabe ließen den tödlichen Schlag förmlich von mir abprallen und in der Visage vor mir war das überhebliche Grinsen blanker Panik gewichen – Redis wusste, dass sein erbärmliches Leben ein letztes Mal verwirkt war.

'Gehen wir's an', die Worte meines Monk-Freundes rissen mich aus meinen schwelgenden Erinnerungen und brachten mich wieder in das Hier und Jetzt zurück. Lightning schnaubte etwas unter den angezogenen Zügeln und meine Knöchel wurden weiß, als ich fester meinen Kriegshammer packte. Als ich langsam um die Ecke bog, den Gang hinaufblickend, spürte ich bereits, dass Durunal the Cursebearer gekommen war.

Das Kampfgeschehen war im vollen Gange, als ich zu meinen Freunden stieß. Es verlief perfekt, der Warrior kontrollierte den baumhohen Durunal, die Heiler wirkten ihre Zauber in perfekter Abstimmung und der Rest fügte vernichtenden Schaden zu ... es verlief zu perfekt. Nervös schaute ich mich immer wieder um, meine Blicke schweiften durch die Ecken und Ritzen der Ruine – Nichts. Es war kaum zu glauben, der Tod meines letzten Gegners stand unmittelbar bevor, als plötzlich ein Heiler in unseren Reihen leblos zu Boden sank: 'HINTERHALT!!!'

Ich wirbelte herum und da sah ich sie: Viele Elementals, die sich durch die Reihen unserer Zauberkundigen zu pflügen begannen. Paladine des Guten und Warriors der Stärke stürzten sich auf die ungebetenen Gäste, Enchanter und Barden versetzten einige der Neuankömmlinge in einen Tiefschlaf, während unsere Hauptforce nicht von Durunal abließ. Klingen bohrten sich durch Metall, Fleisch und Knochen, Feuerbälle ließen die Rüstung zerschmelzen und Flüche saugten das Leben selbst heraus. Mehrere Elementals beschäftigten mich, doch im Augenwinkel gelang es mir, einen Blick von Durunal the Cursebearer zu erhaschen, der sich ein letztes Mal aufbäumte, um dann unter donnerndem Lärm auf dem steinigen Boden aufzuschlagen.
Die Elementals wurden raschest gelegt, während ich langsam zu dem leblosen Körper schritt. Unzählige Gefühle brachen dabei über mich herein, unzählige Gedanken hetzten durch mein Gehirn. Dann kniete ich mich neben den Erlegten, der seinen letzten Atem aushauchte. Ich ergriff das Schwert, nach dem es Irak Atil verlangte, ließ mich von einem unserer mächtigen Zauberer gen Halls of Honor teleportieren und eilte zu meinem Quest-Geber. Dieser händigte mir, glücklich über meine Gabe, einen Behälter aus, in dem ich meine vier schwer erarbeiteten Seelensteine platzierte. Mein Körper bebte, als ich alles kombinieren wollte. Ich holte tief Luft, mein Herz versagte mir kurz den Dienst, dann war es geschehen – in meinen Händen befand sich Redemption. Ihre mächtige Aura schmiegte sich um mich, durchdrang mich. Ich reckte sie über meinen Kopf der Sonne entgegen und rief ihren Namen:
 
Redeemer!
 
 
 



Abschließend möchte ich mich herzlichst bei Euch allen bedanken. Es war für mich ein unglaublich erhebender Augenblick und ich bin unglaublich stolz gerade!
 
Danke Protectoren!